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Liebe Hundeinteressenten,
Haben Sie auch schon mal gehört daß jemand sagt: "ich kaufe mir doch keinen Hund aus dem Internet den ich nur von Fotos oder einem kleinen Film kenne! Ich weiß gar nicht ob er zu mir passt, wie sein Wesen ist etc."
Unsere Tierheimmitarbeiter kennen Ihre Schützlinge sehr gut und können uns konkrete Auskünfte über das Wesen und Verhalten des Hundes geben. Wie sich das Tier bei Ihnen zuhause entwickelt kommt natürlich auch auf den künftigen Halter bzw. die Familie an, wie sie mit dem Tier umgeht, etc. Dies kann Ihnen aber niemand vorhersagen, selbst wenn Sie einen Hund vom besten Züchter adoptieren.
Deshalb sollten Sie sich unbedingt nachfolgenden Text durchlesen:
Bitte bedenken Sie, daß die Hunde in Ungarn einen anderen Stellenwert haben als in Deutschland, deshalb wird ihr Schützling nachfolgendes erst noch lernen müssen:
Baden - die Hunde riechen bei Ankunft nicht nach Veilchen....
Die Hunde in Ungarn werden nie gebadet, geduscht oder gar gebürstet daher haben die Hunde wenn sie ankommen häufig einen strengen Eigengeruch! Hunde mit sehr langem Fell können wir in den Sommermonaten scheren lassen, damit das Fell ordentlich nachwachsen kann. Im Winter geht es leider nicht da die Hunde draußen leben und frieren würden bis zum Transport. In Deutschland angekommen sollte er erstmal mit Wasser langsam vertraut gemacht werden und dies immer positiv bestärkt werden....
Treppen steigen...
Hunde leben dort nicht wie bei uns im Haus, sondern im Garten als Wachposten. Sie kennen das Treppen steigen nicht und müssen es oftmals erst lernen
Über die Türschwelle gehen...
Hunde dürfen in Ungarn sehr selten ins Haus, meistens bekommen sie einen Tritt wenn sie den Versuch machen - deshalb kann es sein daß ihr neuer Schützling beim Betreten des Hauses erstmal zögert
Auf seinen Namen hören...
Hunde haben in Ungarn häufig keinen Namen, sie werden nicht gerufen o.ä. sie sind Wachhunde - überwiegend an der Kette lebend, egal ob klein oder groß, und niemand kümmert sich besonders um sie, sie sind halt "anwesend"
Stubenrein sein....
da die Hunde nicht im Haus leben kennen sie auch nicht den Unterschied zwischen Drinnen und Draußen. Aber erstaunlicher- weise lernen das die Hunde sehr schnell und der überwiegende Teil der bisher vermittelten Hunde hat noch nie ins Haus gemacht. Es liegt in der Natur des Hundes sein Nest nicht zu beschmutzen
An der Leine gehen....
in Ungarn geht so gut wie niemand mit den Hunden spazieren, deshalb kennen die Hunde häufig keine Leine. Aber auch das lernen sie erfahrungsgemäß sehr schnell und mit etwas Übung und Geduld kommt früher oder später jeder Hund damit klar! Vorsicht aber, es kann sein daß der Hund wie so häufig in Ungarn, mit der Leine, Kette, Seil etc. geschlagen wurde. Man sollte ihn positiv bestärken und ihm zeigen, daß die Leine nur positives bedeutet. Wir empfehlen übrigens die Verwendung eines Geschirres, dies schont den Halsbereich und ist tierfreundlicher. In fachkundigen Geschäften werden sie optimal beraten.
Auto fahren....
viele haben damit überhaupt kein Problem, andere widerum mögen es nicht so recht. In Ungarn werden Hunde kaum mit einem Fahrzeug transportiert, im Höchstfall zum Tierarzt und zurück. Deshalb kann man dies auch schlecht prognostizieren. Wenn Sie merken der Hund hat Stress im Fahrzeug, arbeiten sie wieder mit positiver Verstärkung (Leckerlies), dann assoziiert er das Fahrzeug mit etwas Gutem
Sitz, Platz, Bleib....
Kommandos, dazu noch in der Wortklangsprache deutsch, müssen die Hunde natürlich erst lernen. Sowas geht mit tollen Leckerlies und der nötigen Sachkenntniss innerhalb weniger Tage! In diversen Lektüren, Hundeschule, Videos etc. erhalten Sie viele hilfreiche Infos.
Verkehr, Umweltreize, Menschenansammlungen
Viele der Hunde kennen bereits Autos, Fahrräder, freilaufende Hunde, Katzen, Hühner, spielende Kinder etc. da sie häufig von der Strasse kommen. Ist allerdings das Tier schon längere Zeit im Tierheim fehlt ihm natürlich der Kontakt zu diesen Umweltreizen. Beobachten Sie ihren Schützling deshalb gut damit sie wissen wie er auf bestimmte Situationen reagiert.
Angst vor Menschen, speziell Männer
In ihrem bisherigen Leben machten die Hunde mit dem Menschen überwiegend schlechte Erfahrungen. Sie werden häufig verscheucht, mit Steinen beworfen, geschlagen, angekettet, tagelang nicht gefüttert. Es ist verständlich daß einige der Tiere erstmal das Gute in seinem neuen "Herrchen" kennenlernen muß und das dieser Mensch für ihn sorgt und keine Gewalt von ihm ausgeht. Lassen Sie ihm deshalb etwas Zeit bis er bei Ihnen angekommen ist. Die wichtigste Zeit für einen Bindungsaufbau sind die ersten 4 Wochen in seiner neuen Familie. Bedrängen sie ihn nicht, häufig siegt die Neugierde. Es ist wirklich oftmals erstaunlich wie freundlich diese Hunde mit Menschen umgehen, obwohl sie noch nicht viel Gutes von ihnen erfahren haben.
Zusammenleben mit Katzen
Es besteht die Möglichkeit die Hunde auf "Katzenverträglichkeit" zu testen. Wir selbst halten Katzen und Hunde zusammen und gerade anfangs sollten die Tiere nicht zusammen alleine gelassen werden. Mit sachkundiger Führung und manchmal auch etwas mehr Geduld klappt ein Zusammenleben so gut wie immer. Beachten Sie aber, es ist ein Unterschied ob die Tiere zusammen in der Wohnung leben oder eine junge, aktive Katze im Garten o.ä. herumspringt. Das weckt oft beim ruhigsten Hund den Instinkt mal hinterher zu laufen. Gerade anfangs sollte diesgut beobachtet werden, damit er gar nicht in den Genuss kommt und hinterher jagd und er gleich lernt, daß er das nicht darf.
Und für die Ankunft Ihres neuen Familienmitgliedes bitten wir Sie unseren Tip "Ein neuer Hund zieht ein" zu lesen!
Rassebestimmungen
Wir möchten Sie darauf hinweisen, daß bei den Tieren, insbesondere Welpen die gefunden oder abgegeben wurden, keine genaue Rasse angegeben werden kann. Es handelt sich meist um Mischlinge mit gewissen Rassezügen die man vermutet. Gerade bei Welpen kann sich das Tier im Laufe des Erwachsenwerdens noch verändern. Wir geben daher keine Garantie auf die angegebenen Rassebestimmungen!
Fenster und Balkone
Die Hunde in Ungarn leben so gut wie nie in Häuser und kennen auch keine Fenster und Balkone. Sie können daher auch keine Höhe einschätzen. Leider passierte es auch schon, daß ein Hund aus dem Fenster sprang und sich dabei Knochenbrüche zuzog. Daher muß unbedingt in der ersten Zeit, bis der Hund seine Umgebung kennt, darauf geachtet werden, daß Balkone und Fenster geschlossen bleiben bzw. der Hund an diese neuen "Elemente" erst herangeführt werden muß.
..... und HIER geht es zu den diversen Hundekrankheiten über die Sie auch Bescheid wissen sollten!