Transport am 18.08.2017

Folgende Hunde dürfen in ein neues Leben umziehen:

Aus der Tötung Dombovar:

Vanessa, Semir, Beni, Kira, Robi, Nero, Hanna, Bendeguz, Josie, Meki, Rebi, Elza, Trixie


Aus dem Tierheim Mohacs:  

Gizi, Rudi, Lusti, Tade, Tas, Tibi, Laura, Lilli

 


Aus dem Tierheim Nagykanizsa:

Anna, Gyuri, Malna, Almos

 

Aus dem Tierheim Szeged:

bis jetzt noch keiner :-(

 

Vom Verein Fido (Nordungarn):

Marilyn, Audrey, Rufus, Mischa, Nudli

 

 

 

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(c) tierheimleben-in-not

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Der etwas andere Reisebericht :-)

 

Eigentlich schreiben immer „Neulinge“ die Reiseberichte, aber da bei den letzten Fahrten bis auf Börni überwiegend der alte „Kern“ dabei war dachte ich, viell. sollte ich mal wieder schreiben damit ihr einen Einblick bekommen könnt, wie eigentlich so der Alltag bei TIN vor, während und nach einer Fahrt so ist.

 

Ich weiß nicht wie oft ich inzwischen schon in Ungarn war, kann es gar nicht mehr zählen, aber immer wieder freue ich mich drauf, trotz der immensen Arbeit die man im Vorfeld hat.

 

Ich greife mal der eig. Geschichte etwas vor. Eine Woche vor dem Transporttermin muss eigentlich der ganze geplante Transport schon stehen, die Transportlisten müssen geschrieben werden, alle Daten der Hunde müssen bei uns vorliegen, unser Vet-Amt über den Transport informiert sein und die Traces-Meldungen in das System eingegeben. Die Info-Mail an unsere Adoptanten muss raus damit sie sich richten können wann ihr Liebling in Deutschland ankommt. Das hört sich alles easy an, ist es aber bei weitem gar nicht  Es können Daten noch aus Ungarn fehlen, ein Hund wird in letzter Minute noch abgesagt, Zahlungen stehen noch aus, Verträge fehlen noch. Ein Hund wird evtl. krank oder ist nicht reisetauglich und kann doch nicht mit, dafür kann ein anderer evtl. reisen der auf den nächsten Transport, auf Grund der Warteliste, verschoben wurde. Schnell die Adoptanten informieren… Ihr seht es ist nicht einfach und manchmal gibt es sogar noch Änderungen wenn wir in Ungarn sind und unsere Papiere ab und zu da noch geändert werden müssen. Wir alle von TIN arbeiten da immer auf Hochtouren.

 

Aus diesem Grund gebe ich die Traces-Meldungen häufig noch in Ungarn ein um wirklich sicher zu gehen, daß diese dann auch endgültig sind. Zum Glück ist es mir möglich auch dort bei unserem Übersetzer sein Büro zu benutzen um Listen neu zu drucken etc. sonst wäre ich häufig aufgeschmissen. Dies ist die Arbeit von TIN im Vorfeld, aber ich habe ja auch noch einen Job wovon ich lebe und auch hier muss geplant werden. Ich muss für die Tage die ich dann nicht da bin häufig vorarbeiten d.h. daß ich keinen Tag vor 18 Uhr nach Hause komme, TIN-Arbeiten müssen dann noch abends erledigt werden. Eigentlich steht man Tage vor dem Transport schon irgendwie unter Strom und wenn da noch ein kleiner unangenehmer Zwischenfall dazu kommt (Hund abgesagt etc.) kann es passieren, daß man fast vor dem Burnout steht… Wir alle stehen hier immer irgendwie enorm unter Druck in der Hoffnung „Hoffentlich passt nun alles und es kommen keine Änderungen mehr" man möchte ja auch mal abschließen.

 

Nun zu unserer eigentlichen Fahrt:  Bille ist Lehrerin und hatte noch Unterricht, so fuhr ich am späten Freitag vormittag los damit ich sie gegen Mittag, wenn ihr Unterricht aus ist, gleich einladen kann. So war es dann auch. Noch schnell ein paar Spenden eingepackt, Kaffee getrunken und ab ging es Ri. Ungarn. Wir waren gut in der Zeit, um ca. 20.30 kamen wir in unserer netten Pension in Palin an. Laci unser Vermieter freut sich schon immer wenn er uns sieht, wir haben ihm diesmal einen bayerischen Leberkäse mit Bier mitgebracht  Er hat früher im Ausland gearbeitet und unterhält uns immer sehr gut, von ihm erfahren wir viel über Ungarn, die politische Lage und die Menschen dort. Nach einer heißen Suppe in einem Lokal in Nagykanizsa sind wir k.o. ins Bett gefallen.

 

Am nächsten Tag fuhren wir nach einem ausgiebigen Frühstück in das Tierheim in Nagykanizsa. Hier haben wir dann noch Sachen für den Flohmarkt ausgeladen der am Sonntag erstmalig zugunsten des Tierheimes stattfinden sollte. Noch nie wurde dort vorher etwas in dieser Art durchgeführt, ich war sehr gespannt.  Nach Begrüßung der Tierheimleitung und der Tierpfleger Evi und Zoli, kam dann auch unsere Jenny, die sich immer rührend um die Katzen kümmert. Ihr konnten wir wieder viel Katzenfutter von unserer lieben Spenderin C. Wiggenhauser übergeben.  Jennys Auto war voll bis an den Rand. Auch Jenny bekommt von uns immer was Leckeres zu Essen und ein deutsches Bier, schließlich hat sie 30 Jahre bei München gelebt. Sie vermisst das bayerische Essen schon sehr

 

Mittags gingen wir mit Pali, unserem Übersetzer, und seinen 4 lieben Kindern etwas Essen um schon einige Sachen bzgl. des Tierheimes zu besprechen. Danach sind wir noch kurz ins Tierheim, es schließt ja bereits um 15.30 Uhr und wir wollten noch ein paar Fotos von Hunden machen, von denen wir noch weitere Informationen brauchen. Es waren nicht viele neue Hunde im Tierheim und waren erstaunt, dass einige Zwinger doch unbesetzt waren. Ich denke unsere Kastrationsaktionen zeigen doch langsam Wirkung. Aber die nächste Welpenzeit wird leider wieder kommen, warten wir ab.

 

Am nächsten Tag war Flohmarkt, Beginn bereits um 6.00 Uhr (quasi 5.00 Uhr mit Zeitumstellung) Bitte verzeiht uns, aber das war uns doch etwas zu früh und gar nicht unsere Zeit, wir sind dann so gegen 9.00 Uhr zum Flohmarkt gegangen. Der Markt ist riesig und ich war erstaunt wie viel dort gekauft wurde. Die Preise die für die gebrauchten Sachen verlangt werden darf man mit deutschen Verhältnissen nicht vergleichen, aber die Einnahmen waren wohl doppelt so hoch als erwartet. Besonders beliebt war Kleidung, insbesondere Fließjacken, Bierkrüge, komplette Kaffeeservice , Schuhe und auch Spiele. Danke nochmals an alle Spender!

 

Es war wirklich interessant und auch lustig, Tamas entpuppte sich als Top – Verkäufer und er hatte sichtlich Spaß bei der Tätigkeit. Ein bisschen ungarisch kann ich ja und es war wirklich interessant wenn man den Leuten so zuhört und plötzlich das ein oder andere versteht was sie sagen – eine gute Lektion zum üben.  Gegen Mittag wird der Flohmarkt immer beendet. Ich habe noch beim Aufräumen geholfen, Bille war bereits im Tierheim und schaute sich die Notfallhunde mit Ivette näher an. Pali war so nett und fuhr mich zum Tierheim, dort  machten wir dann noch ein paar Fotos.

Zum Tagesabschluss haben wir uns noch den Gemischtenchor in der Kirche in Nagykanizsa angehört – hier konnten wir geistig etwas zur Ruhe kommen.

 

Am nächsten Tag sollte die Reise weiter gehen und zwar stand erstmalig das Tierheim in Szeged auf der Besuchsliste – reine Fahrzeit von Nagykanizsa aus ca. 4 Stunden. Bei Sonnenschein ging die Fahrt Ri. Budapest los, von dort dann Ri. Rumänien – Serbien. In Grenznähe liegt die Stadt Szeged. Endlich erreichten wir nach der langen Fahrt das Tierheim wo wir auch Marlou und Ella trafen. Wir freuten uns sehr uns alle mal wieder zu sehen. Die Tierheimleiterin Tilla und ihre Helfer freuten sich sehr über unseren Besuch und führten uns gleich durch das Tierheim. Dieses liegt in einem kleinen Waldhain ausserhalb der Stadt. Da die Gegend dort sehr flach ist, ist das TH entsprechend weitläufig. Wir gingen zuerst durch die Quarantäne und dann Ri. der Ausläufe. Zum Tierheim selbst haben wir bereits einen Bericht auf unserer Homepage erstellt. Ganz besonders gefiel mir, daß die alten Hunde in kleinen Rudeln gehalten werden und große Ausläufe haben. Wir wurden durch das ganze Tierheim geführt und es begrüssten uns auch hier viele wunderschöne Hunde und wie erwähnt, viele viele alte Tiere. Es gibt auch ein Katzenhaus wo die Miezen leider in Käfigen sitzen aber dies wird sich bald ändern, es wurde ein Katzenhaus erstellt und da soll dann noch ein ausbruchssicheres Gehege hinzu kommen.

 

Im Büro wurden wir dann mit leckeren Kaffee, Tee und ungarischen Köstlichkeiten versorgt, einfach lecker – uns fehlte ja an diesem Tag das Mittagessen und es war schon spät am Nachmittag. Wir besprachen noch einige abwicklungstechnische Vorgehensweisen für zukünftige Vermittlungshunde und mussten uns schon wieder verabschieden, am nächsten Tag sollte es nach Mohacs gehen.

 

In einem wunderschönen Appartement verbrachten wir mit Ella und Marlou einen netten Abend. Wir hatten viel Spaß und konnten uns endlich mal ausgiebig unterhalten. Am nächsten Morgen fuhren wir bei schönstem Wetter Richtung Mohacs los. Die Strecke Szeged-Mohacs zog sich wie Kaugummi. Eine Baustelle nach der anderen über (noch) viele Schlaglochstraßen. Was in Zentralungarn schon lange ein Highway ist wird dort unten nun nachgeholt. Nach einer wirklich langen Fahrt kamen wir im Tierheim in Mohacs an wo uns schon Vroni und Christiane, unsere Pflegestelle in Mohacs, erwartete.  Wir gingen kurz in die Quarantäne und schauten uns die neuen Hunde an. Wie immer viele Staffis und die arme Flora, ein Westi mit der uns inzwischen schon bekannten Hauterkrankung bedingt durch Überzüchtung  Wir denken sie wird was Tolles ins Deutschland finden damit sie sich erholen kann. Nach einer Einladung von Fr. Dr. Papp der Leiterin des Tierheimes in Mohacs und einem kurzen Schock durch einen Anruf von Kata, daß es Probleme mit der Traces Meldung in Dombovar gibt (was dann zum Glück Dr. Papp für uns lösen konnte) sind wir zurück ins Tierheim wo wir dann schon die ersten Hunde eingeladen haben. Diese gingen für 1 Nacht noch in das Tierheim in Nagykanizsa.

 

Abends wieder in Nagykanizsa angekommen brachten wir kurz die Mohacs-Hunde in ihr Nachtquartier. Wir waren totmüde und wollten uns noch etwas für den nächsten Tag erholen, da ging es nach Deutschland zurück.

 

Nach einem tollen Frühstück von Laci gingen wir frisch gestärkt in das Tierheim. Dort verluden wir die ersten Hunde. Andras kam auch schon mit 2 Hunden aus der Tötung von Dombovar. Jenny machte wie immer Abschiedsfotos und ein Pfleger in Nagykanizsa weinte als wir seinen Lieblingshund verladen haben. Auch Evi war sehr traurig, ihr Lieblingshund Moncs war diesmal auch dabei.

 

Bei schönstem Wetter fuhren wir ab Ri. Deutschland und spät. nach dem 10 km langen Tunnel von Graz holte uns die winterliche Realität ein. Schneesturm ohne Ende und man konnte nicht schnell fahren sonst hätte es wohl das Auto von der Straße gefegt. Nach den Alpen erwartete Gaby von Nothilfe für Hunde schon ihren ersten Schützling, dann ging es weiter zum ersten deutschen Stop im Bayerischen Wald. Zwei Hunde konnten wir hier ihren neuen Besitzern übergeben. Wie immer waren sie alle ganz aufgeregt. Hier bekamen wir auch Besuch vom netten Amtstierarzt aus Straubing der sich unser Fahrzeug und unsere Hunde anschauen wollte. Wir hatten ein gutes Gespräch und es war alles in bester Ordnung. Wir waren ganz stolz als er sagte, „er wollte sich unseren Transport mal ansehen weil wir so einen guten Ruf hätten“  Danke für die Rosen, wir versuchen unser Bestes zu geben. Zur Info: bei solchen Kontrollen sind immer Polizeiwagen und Zoll im Hintergrund bereit. Da war uns dann schon etwa mulmig zumute, daß haben wir leider den immer wiederkehrenden illegalen Transporten zu verdanken

 

Weiter ging die Reise Ri. Erlangen wo für mich und Bille die Hauptreise zu Ende ist. Dort warteten schon einige Adoptanten (sogar aus der Schweiz ) um Ihre Schützlinge zu übernehmen. Auch die Tierhilfe Franken e.V. übernahm wieder ein paar Hunde, diese finden immer sehr schnell ein neues Zuhause.

 

Hier wartete bereits unser Peter der den Transporter dann weiter bis zur Endstation in NRW fährt. Nach Einladen von Spenden verabschiedete ich mich von Peter und Bille und fuhr mit 2 Hunden die noch in Bayreuth abgeholt wurden Ri. Norden. Es war der kleine Rendi und Misi. Rendi wurde überglücklich von seiner Familie in Empfang genommen und auch Misi machte gleich mit seinem neuen Herrchen eine kleine Runde auf dem Parkplatz. Ganz liebe Hunde und tolle neue Herrchen.

 

10 Minuten noch dann war ich zuhause, immer wieder bekam ich Infos über das Handy über den Verlauf der Fahrt. Unsere Transportbegleiterin, diesmal Birte, hielt uns immer up to date.

 

Zuhause angekommen begrüßten mich meine beiden Hunde überglücklich, endlich ist Fraule wieder da und hat tausende von interessanten Gerüchen an sich.  Meine Katzen waren wie immer beleidigt und ignorierten mich erstmal. Nach ein paar Krauleinheiten und Infoaustausch per Whats app über den Verlauf der Fahrt fielen wir alle tot müde ins Bett.

 

Auch bei Peter lief wie erwartet alles gut, morgens um 4 Uhr war auch er Zuhause, das Auto wieder voll mit vielen Spenden :-)

 

Jede Fahrt ist anders, eine mehr anstrengender, eine weniger, psychisch als auch physisch. Man kann denke ich vieles nur verstehen wenn man vor Ort war und kennengelernt hat. Sowohl die Örtlichkeiten als auch die Menschen. Aber ich fahre immer wieder gerne und ist man mal 2 Monate am Stück nicht dort hat man schon das Gefühl „da fehlt doch was?“

 

Ich hoffe ich konnte Euch mal einen kleinen Einblick geben wie man Fahrten empfindet, wenn man nicht mehr „neu“ ist und auch einen kleinen Einblick hinter die Kulissen verschaffen.

 

LG Sabine

PÉCS
Zwischen Móhacs und Szeged