Transport am 18.08.2017

Folgende Hunde dürfen in ein neues Leben umziehen:

Aus der Tötung Dombovar:

Vanessa, Semir, Beni, Kira, Robi, Nero, Hanna, Bendeguz, Josie, Meki, Rebi, Elza, Trixie


Aus dem Tierheim Mohacs:  

Gizi, Rudi, Lusti, Tade, Tas, Tibi, Laura, Lilli

 


Aus dem Tierheim Nagykanizsa:

Anna, Gyuri, Malna, Almos

 

Aus dem Tierheim Szeged:

bis jetzt noch keiner :-(

 

Vom Verein Fido (Nordungarn):

Marilyn, Audrey, Rufus, Mischa, Nudli

 

 

 

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(c) tierheimleben-in-not

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Mein Besuch bei den tüchtigen Helfern in Nordungarn...

 

 

Über facebook wurde ich auf eine Gruppe junger Frauen aufmerksam die aus dem Norden Ungarns immer wieder Fotos und Berichte posteten die mich schockierten. Hunde die an der Kette hingen knapp neben Bahngleisen, die Kette eingwachsen ins Fleisch, Welpen nur ein paar Tage alt lagen in einer Wiese ohne Mutter, abgemagerte Hunde.... Ich nahm Kontakt auf und siehe da, es gab Andrea die Deutsch kann. So kam ich zu der Gruppe dieser tüchtigen Frauen im Alter von 23 bis 60 Jahre. Immer wieder staunte ich über Ihre Berichte was im Komitat Nógrad in Nordungarn vor sich geht. Es gibt dort kein Tierheim – das nächste ist die Tötung von Miskólc oder Vác – es dreht sich um die Stadt Balassagyarmat – direkt an der slowakischen Grenze. Nógrad gehört zu den armsten Regionen in Ungarn.

 

Da dies leider eine ganz andere Richtung ist als wir sonst in Ungarn besuchen nahm ich mir vor den Helfern einen Besuch vor Ort separat abzustatten. Am 11.3.16 war es so weit, ich konnte die Gruppe besuchen. Ich war sehr gespannt was mich erwartete – ich kannte ja alles nur vom Hören und Fotos. Schon als ich in der Pension ankam begrüsste mich ein Hund an der Kette – dieser wurde aber auch von der Kette gelassen wie ich zum Glück später sehen konnte. Bei jedem Kettenhund stockt mir der Atem – für mich ist das die grausamste Art der Hundehaltung. Aber ich wurde noch häufig mit solchen Situationen in den kommenden zwei Tagen konfrontiert :-(

 

Am ersten Tag wurde ich abgeholt von Andrea die mir mit Übersetzungen stets beiseite war, Szilvi und Vicki. Sehr symphatische junge Frauen – ich fühlte mich sofort willkommen. Wir fuhren als erstes in das Th in Vác – hier ist einer ihrer geretteten Hunde untergebracht. In Vác gibt es bereits zwei Tierheime – weil das erste schon überfüllt ist (ca. 250 Hunde). Als wir ankamen war ich geschockt – Ausläufe und Zwinger mit großen Rudeln – gezählt hab ich nicht aber es waren schätzungsweise ca. 10-20 Hunde in einem Auslauf. Bisswunden waren bei fast allen Hunden zu sehen – Kämpfe bleiben hier nicht aus. Die 3 Frauen hatten Tränen in den Augen. Es begrüsste uns ein kleiner Labrador-Welpe – ihm fehlte ein Stück vom Gesicht, abgebissen von einem Hund aus dem Nachbarzwinger. Nun darf er frei mit ein paar Katzen und ein paar netten Hunden auf dem Gelände herum laufen. Die Quarantäne war voll – viele Welpen und wunderschöne Hunde. Ein Puli wurde gerade von einer ungarischen Familie adoptiert. Wir haben uns sehr gefreut.

 

Weiter ging es nach einer abenteuerlichen Pistenfahrt mit dem T5 von Szilvi in das zweite Tierheim von Vác. Eine grosse weitläufige Anlage aber auch bereits 150 Hunde und sogar eine separate Katzenstation – hier gibt es sogar einen Hundetrainer der kostenlos mit den Hunden arbeitet. Viele Helfer waren dort und machten die Kennel mit sauber, daß jüngste Mädchen war 13! Alle Leute waren super nett und freundlich. Man sah die Arbeit machte ihnen Spaß und sie lieben alle Tiere.

 

Danach ging es dann in die Gebirgswelt von Nógrad eine herrliche aber auch einsame Gegend – in einem Dorf haben Vicki und ihre Tochter erst mal zwei kleine Hunde von der Strasse gerettet und ihren Besitzern wieder in den Garten gesteckt. Sie ermahnt die Besitzer besser auf ihre Tiere aufzupassen – sehr gut! Kurz bei Vicki zuhause wo ich ihre 7 Hunde kennenlernen durfte (alle aus dem Tierschutz und ganz lieb und nett) ging es weiter nach Balassagyarmat. Dort kamen dann Evelyn und Victoria dazu zwei sehr junge Frauen im Alter von 23 und 28 Jahren. Sie sammeln tagsüber am Tesco Futter für Ihre Tiere in der Pension, auf Pflegestellen und bei Leuten die ihre Tiere lieben aber kein Geld für Futter haben.

 

Immer klingelte das Telefon daß irgendwo ein Hund schlecht gehalten wird oder abgegeben werden muss, die Frauen sind dort schon sehr bekannt. Es ging dann Ri. Slowakische Grenze – dort gibt es ein Haus in dem 40 Zigeuner leben – die jungen Frauen waren schon einmal dort da gab es um die 20 Hunde oder noch mehr... wir fuhren hin und ich war einfach nur geschockt, ich fragte mich bin ich noch in der EU oder mitten in der 3. Welt? Ein langes baufälliges Haus – mit provisorisch eingebauten Fenstern – ein Kind halbnackt an dem verschmierten Fenster. Die „Dorfälteste“ kam heraus und Viktoria fragte nach den Hunden - „alle weg hat jemand aus Ungarn geholt“ niemand konnte das glauben. Wir gingen noch ein Stück an dem langen Gebäude entlang, ein Hund an einer ca. 1,5 m langen Kette – zuckte zusammen sobald ihm jemand näher kam, zitterte. Wenn er sich hin legt spannt die Kette – mich würgte es. Die Frauen machten das Angebot den Hund mitzunehmen – die alte Frau sagte nein, keine Chance der „Hausherr“ gibt ihn nicht her um keinen Preis. Wir waren sprachlos – weiter hinten ein schwarzer Schäferhund – Kette ein bischen länger, er wollte uns sein Spielzeug zeigen. Mein Kloß im Hals wurde immer dicker. Wir gingen auf die andere Seite des Hauses – dort wieder ein kleinerer Hund an der Kette – es wurde uns erzählt sie gehen jeden Tag mit ihm spazieren. In einem total kaputten Kinderwagen lag ein kleiner Hund mit einer Katze – ausnahmsweise mal nicht an der Kette. Resigniert gingen wir zum Auto – gaben ihnen Futter (ob es bei den Hunden auch ankommt ? Wir bezweifelten es) Die Kinder kamen her und waren so offen – ich fotografierte sie – sie hatten sich wohl noch nie in ihrem Leben in einem Foto gesehen. Sie standen schon an. Spielzeug sah ich keines – welch ein tristes Leben – unfassbar. Gedrückt fuhren wir alle wieder zurück nach Balassagyarmat.

 

Dort besuchten wir eine weitere Zigeunerin die kein Futter für zwei Hunde hat die ihr angeblich zugelaufen sind und nun an der Kette hängen. Selbst hat sie zwei kleine Dackel-Pekinesen-Mixe die sogar im Haus mit leben. Die beiden Hunde an der Kette – ein Alptraum. Das Halsband so fest daß der eine kaum Luft bekam. Das weisse Fell war von der Kette schon ganz schwarz. Wir baten das Halsband lockerer zu machen – die Frau sagt das geht nicht dann haut er ab und sie bekommt Ärger mit den Nachbarn. Der andere Hund weiter oben – auch an der Kette – wurde von ihr als nicht sehr freundlich beschrieben. Ich ging in die Hocke und er kam unterwürfig angeschlichten. Victoria konnte ihn dann sogar am Buch streicheln, er hat es so genossen. Sobald wieder Platz in der Pension sein wird, werden diese beiden Hunde sicherlich abgeholt.

 

Danach wurde ich zu Szilvi zuhause eingeladen, ihre nette Mutter Kati wartete mit Kaffee und Gebäck auf uns und natürlich ihre 7 Hunde. Ganz tolle Hunde, einer davon war 1 Monat lang in einer Garage eingesperrt, ein anderer wurde vom Auto herausgeworfen und saß dort etliche Tage und fing schon an sich das Fell auszurupfen und zu essen. Sie konnten mir zu allen Hunden immer eine Geschichte erzählen.

 

Evelyn und Victoria brachten wir dann nach Hause, dann hat mich Szilvi zusammen mit Andrea wieder nach Vác zu meiner Pension gebracht. Ein Tag voller grosser Eindrücke – Gute sowie auch sehr viele bedrückende :-(

 

Am nächsten Tag haben mich Andrea, Szilvi und Victoria wieder abgeholt – diesmal stand der Besuch bei Martha in Budapest – sie ist Stifter der in Gründung stehenden Stiftung die sie zusammen mit den jungen Frauen gründen wird. Sobald die Stiftung amtlich besiegelt ist wird die Arbeit offiziell – sie haben Großes vor, ein Tierheim in Balassagyarmat zu bauen – die Stadt hat hierfür bereits ein Grundstück zur Verfügung gestellt.

 

Zuerst ging es zu Martha die im Stadtteil Buda lebt – Martha hat eine Firma dort und steckt ihr ganzes Hab und Gut in den Tierschutz und hilft den vielen Obdachlosen in Budapest. So kam sie auch über facebook zu den Frauen aus Nordungarn und fand es unterstützenswert was sie im Tierschutz dort bewegen. Sie ist mit Leib und Seele dabei, hat zuhause selbst 6 Pflegehunde – was eine unheimliche Aufgabe ist – sie kocht den Tieren sogar ab und zu. Eine ganz nette Frau Empfing und ich war wirklich wieder unheimlich erfreut wie ich aufgenommen wurde. Sie kochte eine leckere Selleriesuppe, Kaffee und Schnittchen warteten auch auf uns, war sehr interessiert wie die Arbeit von TIN abläuft wenn wir Hunde vermitteln – ich konnte ihnen denke ich auch noch viele nützliche Tips geben. Sie sind offen für alles und es gab nie ein „nein“. Martha übernimmt sogar die Kosten für die im Moment dort befindlichen 28 Hunde in der Pension. Viele Hunde konnten auch schon in Ungarn ein Zuhause finden aber wie es leider auch so sein kann, hatten manche Tiere noch nie eine Anfrage :-(. Seit bestehen der Gruppe konnten sie bereits über 300 Hunde in ein neues Zuhause in Ungarn vermitteln.

 

Auf Dauer kann Martha diese Kosten aber auch nicht mehr stemmen – obwohl die Pension schon einen Sonderpreis macht. Futter bringen die Helfer für Ihre Hunde auch häufig vorbei. Auch für Szilvi ist es teuer sie fährt diese Strecke von Balassagyarmat bis westl. von Budapest immer mit ihrem eigenen Auto – geschätzte 90 km einfach und das mehrmals.

 

Nach dem Mittagessen bei Martha ging es dann in die Hundepension. Hier begrüssten uns die Hunde, einige davon kenne ich ja schon von unserer HP – ich war erstaunt, einer war netter und lieber als der andere und super sauber und gepflegt. Hier können die Hunde aber nicht für immer bleiben. Hier „parken“ wohl etliche andere Vereine auch Hunde – eine Hündin (weiss) saß ganz zurückgezogen immer im Hintergrund – wunderschön. Sie tat mir sehr leid. Hoffentlich kann für sie eine Lösung gefunden werden.

 

In die Pension brachte Szilvi noch weitere 3 Hunde mit, einen Vizsla-Mix der abgemagert und dehydriert seinem Besitzer abgenommen wurde – er war wirklich nur Haut und Knochen, eine kleine Mix-Hündin die erschlagen werden sollte. Und ein kleiner Dackelmix der ausgesetzt an der Strasse saß.

 

Ich wurde von der Gruppe sehr freundlich aufgenommen und ich habe ein gutes Gefühl. Die Frauen haben eine große Aufgabe vor sich – ich wünsche ihnen bei dieser Arbeit viel Kraft und Durchhaltevermögen – wir werden versuchen daß wir sie nach unseren Möglichkeiten so gut wie es geht unterstützen können. In erster Linie benötigen sie im Moment Futter und Geld für die Pension. Sobald die Stiftung eingetragen ist werden auch Kastrationsaktionen durchgeführt. Die Frauen stecken voller Energie und sie werden noch viele Ideen haben – auch Aufklärungsarbeit an Kindern steht dort im Vordergrund!

 

Die weiteren Fortschritte werde ich dokumentieren und auf unserer Homepage aktuell halten.

 

Sabine

 

März 2016