Was Sie über Hunde aus Ungarn wissen sollten

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Liebe Hundeinteressenten,

Haben Sie auch schon mal gehört, dass jemand sagt: „Ich kaufe mir doch keinen Hund aus dem Internet, den ich nur von Fotos oder einem kleinen Film kenne! Ich weiß gar nicht, ob er zu mir passt, wie sein Wesen ist etc.“

Unsere Tierheimmitarbeiter kennen Ihre Schützlinge sehr gut und können uns konkrete Auskünfte über das Wesen und Verhalten des Hundes geben. Wie sich das Tier bei Ihnen Zuhause entwickelt, kommt natürlich auch auf den künftigen Halter bzw. die Familie an, wie sie mit dem Tier umgeht, etc. Dies kann Ihnen aber niemand vorhersagen, selbst wenn Sie einen Hund vom besten Züchter adoptieren. 

Deshalb sollten Sie sich unbedingt nachfolgenden Text durchlesen:

 

Unsere Hunde aus Ungarn

Bitte bedenken Sie, dass die Hunde in Ungarn einen anderen Stellenwert haben, deshalb wird ihr Schützling nachfolgendes erst noch lernen müssen:

 

Treppen steigen …

Hunde leben dort nicht wie bei uns im Haus, sondern im Garten als Wachposten. Sie kennen das Treppen steigen nicht und müssen es oftmals erst lernen.

 

Über die Türschwelle gehen …

Hunde dürfen in Ungarn sehr selten ins Haus, meistens bekommen sie einen Tritt, wenn sie den Versuch machen – deshalb kann es sein, dass Ihr neuer Schützling beim Betreten des Hauses erst mal zögert.

 

Auf seinen Namen hören …

Hunde haben in Ungarn häufig keinen Namen, sie werden nicht gerufen, sie sind Wachhunde – überwiegend an der Kette lebend, egal ob klein oder groß, und niemand kümmert sich besonders um sie, sie sind halt „anwesend“.

 

Stubenrein sein …

Da die Hunde nicht im Haus leben, kennen sie auch nicht den Unterschied zwischen Drinnen und Draußen. Aber erstaunlicherweise lernen das die Hunde sehr schnell und der überwiegende Teil der bisher vermittelten Hunde hat noch nie ins Haus gemacht. Es liegt in der Natur des Hundes, sein Nest nicht zu beschmutzen.

 

An der Leine gehen …

In Ungarn geht so gut wie niemand mit den Hunden spazieren, deshalb kennen die Hunde häufig keine Leine oder gar ein Geschirr. Aber auch das lernen sie erfahrungsgemäß sehr schnell und mit etwas Übung und Geduld kommt früher oder später jeder Hund damit klar! Vorsicht aber, es kann sein, dass der Hund wie so häufig in Ungarn, mit der Leine, Kette, Seil etc. geschlagen wurde. Sollte er ängstlich reagieren, sollte man ihn positiv bestärken und ihm zeigen, dass die Leine nur Positives bedeutet. Wir empfehlen übrigens die Verwendung eines Geschirres, dies schont den Halsbereich und ist tierfreundlicher. In fachkundigen Geschäften werden Sie optimal beraten.

 

Auto fahren …

Viele haben damit überhaupt kein Problem, andere wiederum mögen es nicht so recht. In Ungarn werden Hunde kaum mit einem Fahrzeug transportiert, im Höchstfall zum Tierarzt und zurück. Deshalb kann man dies auch schlecht prognostizieren. Wenn Sie merken, der Hund hat Stress im Fahrzeug, arbeiten sie wieder mit positiver Verstärkung (Leckerlis), dann assoziiert er das Fahrzeug mit etwas Gutem.

 

Sitz, Platz, Bleib …

Kommandos, dazu noch in der Wortklangsprache Deutsch, müssen die Hunde natürlich erst lernen. Sowas geht mit tollen Leckerlis und der nötigen Sachkenntnis innerhalb weniger Tage! In diversen Lektüren, Hundeschulen, Videos etc. erhalten Sie viele hilfreiche Infos.

 

Verkehr, Umweltreize, Menschenansammlungen …

Viele der Hunde kennen bereits Autos, Fahrräder, freilaufende Hunde, Katzen, Hühner, spielende Kinder etc., da sie häufig von der Strasse kommen. Ist allerdings das Tier schon längere Zeit im Tierheim, fehlt ihm natürlich der Kontakt zu diesen Umweltreizen. Beobachten Sie ihren Schützling deshalb gut, damit Sie wissen, wie er auf bestimmte Situationen reagiert. Gerade anfangs sollte der Hund sehr gut gesichert werden (mit Geschirr), es kam schon vor, dass sich das Tier vor einem unbekannten Geräusch erschrocken hat und sich leicht von seinem Halsband befreien konnte. Ein Geschirr gibt hier mehr Sicherheit.

 

Angst vor Menschen, speziell Männern …

In ihrem bisherigen Leben machten die Hunde mit dem Menschen überwiegend schlechte Erfahrungen. Sie werden häufig verscheucht, mit Steinen beworfen, geschlagen, angekettet, tagelang nicht gefüttert. Es ist verständlich, dass einige der Tiere erst mal das Gute in seinem neuen „Herrchen“ kennen lernen muss und dass dieser Mensch für ihn sorgt und keine Gewalt von ihm ausgeht. Lassen Sie ihm deshalb etwas Zeit, bis er bei Ihnen angekommen ist. Die wichtigste Zeit für einen Bindungsaufbau sind die ersten 4 Wochen in seiner neuen Familie. Bedrängen Sie ihn nicht, häufig siegt die Neugierde. Es ist wirklich oftmals erstaunlich, wie freundlich diese Hunde mit Menschen umgehen, obwohl sie noch nicht viel Gutes von ihnen erfahren haben.

 

Zusammenleben mit Katzen …

In unseren betreuten Tierheimen besteht die Möglichkeit, die Hunde auf „Katzenverträglichkeit“ zu testen. Wir selbst halten Katzen und Hunde zusammen und gerade anfangs sollten die Tiere nicht zusammen alleine gelassen werden. Mit sachkundiger Führung und manchmal auch etwas mehr Geduld klappt ein Zusammenleben so gut wie immer. Beachten Sie aber, es ist ein Unterschied, ob die Tiere zusammen in der Wohnung leben oder eine junge, aktive Katze im Garten o.ä. herumspringt. Das weckt oft beim ruhigsten Hund den Instinkt, mal hinterher zu laufen. Gerade anfangs sollte dies gut beobachtet werden, damit er gar nicht in den Genuss kommt und hinterher jagt und er gleich lernt, dass er das nicht darf. Bei den Hunden aus der Tötung Dombovar ist ein Katzentest leider nicht möglich.

Und für die Ankunft Ihres neuen Familienmitgliedes bitten wir Sie, unseren Tipp „Ein neuer Hund zieht ein“ auf unserer Homepage nachzulesen!

 

Rassebestimmungen …

Wir möchten Sie darauf hinweisen, dass bei den Tieren, insbesondere Welpen die gefunden oder abgegeben wurden, keine korrekten Rasseangaben gemacht werden können. Es handelt sich meist um Mischlinge mit gewissen Rassezügen, die man vermutet. Gerade bei Welpen kann sich das Tier im Laufe des Erwachsenwerdens noch verändern. Wir geben daher keine Garantie auf die angegebenen Rassebestimmungen!

 

Auch darauf sollten Sie achten …

Die Hunde in Ungarn leben so gut wie nie in Häusern und kennen auch keine Fenster und Balkone. Sie können daher auch keine Höhe einschätzen. Leider passierte es auch schon, dass ein Hund aus dem Fenster sprang und sich dabei Knochenbrüche zuzog. Daher muss unbedingt in der ersten Zeit, bis der Hund seine Umgebung kennt, darauf geachtet werden, dass Balkone und Fenster geschlossen bleiben bzw. der Hund an diese neuen „Elemente“ erst herangeführt werden muss.

 

Zu den Hunden aus der Tötungsstation Dombovar …

Die Namen der dortigen Tiere sind von uns frei erfunden, in der Tötung haben Sie nur eine Insassen-Nummer. Das Tier kennt akustisch seinen Namen nicht! Insbesondere Hündinnen sind in Deutschland unverzüglich einem Tierarzt vorzustellen, da eine frühzeitige Trächtigkeit nie ausgeschlossen werden kann. Wir empfehlen eine Kastration unverzüglich nachzuholen! Auf Katzenverträglichkeit kann ein Tier aus der Tötung leider nicht getestet werden.

In Ungarn ist der Impfintervall anders als in Deutschland, Tollwut muss bei der Erstimpfung IMMER separat gegeben werden, nach 14 Tagen erfolgt dann die erste Kombiimpfung und nach weiteren 4 Wochen die Abschluss-Kombiimpfung. Bei den Hunden aus der Tötung ist es aus zeitlichen Gründen nicht immer möglich, die Abschlussimpfung noch bis zum Ausreisetermin zu geben, daher kann es sein, dass diese noch in D nachgeimpft werden muss. Bitte beachten Sie hier die Eintragung im EU-Pass!

 

Krankheiten …

Die Tiere verlassen Ungarn gechipt, gegen Tollwut geimpft, Kombiimpfung – Staupe, Zwingerhusten, Leptospirose, Hepatitis, Parvovirose (bei den Hunden aus der Tötung von Dombovar kann es sein, dass die Zeit für die Impfung der 2. Kombi, zum Abschluss der Grundimmunisierung nicht mehr reichte, diese muss noch in D gegeben werden)

Ebenso werden die Tiere in Ungarn entwurmt (Giardien und weitere Wurmarten), es sollte in D jedoch nochmals eine Entwurmungstablette (Panacur) gegeben werden, falls der Stuhl über längere Zeit auffällig flüssig sein sollte. Ebenso erhalten die Tiere ein Spot on gegen Ektoparasiten (Flöhe, Zecken), bitte dies nicht gleich nochmals geben. Bei Hunden mit langen Ohren sollten diese besonders begutachtet werden, dies ist leider häufig ein bevorzugter Aufenthaltsort von Milben.

Die Tiere in Ungarn werden von den dortigen Tierärzten auf Krankheiten und Auffälligkeiten untersucht. Ist es nötig, ein gesondertes Blutbild oder Röntgenbild durchzuführen, wird dies veranlasst und Sie werden informiert. Wir alle tun unser Bestes, aber wir vermitteln Lebewesen und es wie bei Menschen auch, wir können nicht in den Körper hinein schauen! Jedes Leben kann erkranken oder etwas in sich tragen, was man im Vorfeld nicht feststellen kann!

….. und HIER geht es zu den oftmals genannten Mittelmeerkrankheiten über die Sie auch Bescheid wissen sollten!

 

Transportverlauf …

Ihr Hund kommt auf dem Landweg nach Deutschland.

Transporte über TIN direkt: Sie erhalten ca. 1 Woche vor dem Transport ein Passwort für unseren Login-Bereich auf unserer Homepage. Dort können Sie alles weitere über den Transportablauf, den Abholort und unsere Notruf-Telefonnummer nachlesen.

Gerade im Winter oder bei nass-kaltem Wetter kann es vorkommen, dass die Hunde ziemlich dreckig sind, sie leben in Ungarn unter „Freiem Himmel“ und für Fellpflege ist dort leider gar keine Zeit. Aber nach einiger Zeit im neuen Zuhause erstrahlen sie alle in neuem Glanz!

 

Ihr Ansprechpartner …

Ihr Ansprechpartner bei Problemen ist immer nur Ihr Vermittler auf dem Schutzvertrag oder falls dieser nicht zur Hand ist, wenden Sie sich über E-Mail info@tierheimleben-in-not.de an uns! Die Anzeigeneinsteller bei den diversen Vermittlungsplattformen sind keine Ansprechpartner!

 

Und unsere allergrößte Bitte, wenn der Hund bei Ihnen einzieht – bitte lassen Sie ihn an der Leine (Schleppleine), auch Zuhause im Garten – bis er eine Bindung zu Ihnen aufgebaut hat und er sich rufen lässt und darauf reagiert! Das ist ganz wichtig – häufig täuscht es, wenn der Hund fröhlich im Garten umherspringt – aber erwischt er ein Loch (das der vorherige Hund vielleicht ignorierte), dann fängt für das Tier, für den neuen Halter, und auch für uns eine Odyssee an. Es kann sogar mit dem Tod des Tieres enden, was für alle Beteiligten ein Alptraum wäre!

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