Auch wir von TIN versuchen mal vom Alltag abzuschalten und fahren in Urlaub. Leider ist das für uns alle schwer, gerade was die Auswahl der Urlaubsländer (wegen der Streuner 🙁 betrifft. Mein Traum (Sabine) war es schon immer, einmal die Insel Sri Lanka zu besuchen. Ich bin ein großer Freund historischer Romane und diese Insel wurde immer so wunderschön beschrieben. Und dieses Jahr war es so weit, Anfang Februar ging die Reise los. Ich hatte mir vorab schon einen Guide gebucht mit dem ich 8 Tage eine Rundreise durch die Insel machte. Ich lernte unheimlich viel über die Kultur, Kräuter und Gewürze, die Geschichte und das Leben der Bevölkerung. Es war wirklich eine ganz besondere Erfahrung und ich bin heute noch begeistert. Die Insel ist wunderschön grün, hat alles was das Herz begehrt, Berge bis fast 2000 Meter, Wasserfälle, Naturschutzgebiete, Elefanten und noch viel mehr Tiere, Regenwälder, unheimlich tolle Homestays und Hotels und super nette hilfsbereite Menschen.
Über die sozialen Medien hatte ich bereits schon einiges über die vielen Strassenhunde dort gelesen und gehört – das war leider der Punkt wovor ich einfach Angst hatte damit konfrontiert zu werden. Ich fuhr mit meinem Guide los und es dauerte nicht lange, da sah ich schon die ersten Hunde an der Strasse stehen und es wurden immer mehr. Ich bremste immer mit wenn ich einen Hund sah und ich glaube, das Auto von Dishan hat da unten bestimmt eine große Beule bekommen. Als wir dann im Inselinneren ankamen konnte ich die Anzahl der Hunde schon gar nicht mehr wiedergeben die ich gesehen hatte. Mit der Zeit gewöhnte ich mich an den Anblick der Hunde und war wirklich erstaunt, dass die Autofahrer Rücksicht auf die Hunde nahmen, hupten und um sie herum fuhren (Hupen ist dort im Verkehr ein Zeichen von Aufpassen – egal ob Tier, Mensch oder TukTuk etc.) und die Hunde verstehen das auch. Das Leben Strassenhund ist brutal, immer auf der Suche nach Futter, Hündinnen hatten alle hängende Gesäuge und die Welpen kennen die harten Regeln der Strasse noch nicht und rennen kreuz und quer 🙁 – In Hunderudeln war es unheimlich interessant ihre Kommunikation zu beobachten!
Dann gibt es noch die alten Hunde, die Kranken, die Gelähmten und denen die schon Gliedmaßen fehlten. Da hat mein Herz häufig geschmerzt. Die durchschnittliche Lebensdauer dieser Hunde liegt bei ca. 4-5 Jahre. Der Unterschied zu Ungarn ist, die Hunde werden nicht eingefangen, es gibt keine Tierheime und getötet werden auch keine. Sie leben alle in Freiheit. Für Hunde die jung und gesund sind ist dies ein tolles Hundeleben. Und es gibt auch wirklich sehr viele Singhalesen die ihre Hunde lieben, haben ein Halsband an und bekommen Futter. Dort gibt es übrigens kein Hundefutter – Reis mit Curry (und auch häufig Chili) ist normal für die Hunde. Futter so wie es unsere Hunde bekommen gibt es dort nicht. Fleisch gibt es eher selten.
In Ella habe ich einen Singhalesen getroffen, zu dem morgens und abends immer Hunde kamen und er verfütterte sämtliche Hühnchenreste die er übrig hatte (es gibt dort kaum Schwein- oder Rindfleisch) Ich hab mich mit ihm etwas unterhalten, er konnte etwas englisch. Er sagte er hatte schon über 40 Hunde zum Essen hier. Ich habe noch viele weitere tierliebe Einheimische kennengelernt. Der Tierschutz ist dort noch in den Kinderschuhen. Einige englische Vereine haben Auffangstationen gegründet und es werden auch viele Kastrationsaktionen durchgeführt. Staupe ist ein großes Problem auf der Insel und es wird jetzt viel geimpft.
Ich habe auch das Tierheim von Dog-Passion in Bentota besucht das von Christina aus Mittelfranken geführt wird. Sie lebt schon etliche Jahre auf der Insel. Ich war so gerührt als ich die vielen Hunde sah und besonders die Gelähmten, die dort ein Paradies fanden. Jeder wollte beschmust und gekrault werden. (Fotos über Button auf der Projektseite. Und dann habe ich mich noch mit Dr. Monika Zimmermann getroffen, der ich ein paar Päckchen Hundefutter „mitgeschleppt“ hatte, weil sie eine Hündin hat mit Magenproblemen. Ein Koffer musste für das Hundefutter herhalten 😉 Sie hat selbst 6 eigene Hunde und lebt auf der Insel – aber wie es so ist, landen auch bei ihr ganz viele Notfälle und wenn sie übers Land fährt und Welpen ohne Mutter umher laufen, kann sie natürlich nicht vorbeifahren. Auch Notfälle die dringend behandelt werden müssen kommen bei ihr immer wieder an, die sie häufig in das Tierheim vom deutschen Verein Tikiri e.V. in Kandy bringt, da sie selbst keine eigene Auffangstation hat.
Viele Organisationen führen auf der Insel schon Kastrationen durch und hoffentlich trägt es auch bald Früchte. Auch die Bevölkerung ist für diese Aktionen schon sehr offen. Die Bevölkerung ist überwiegend sehr arm, besonders im Landesinnern. Der Tourismus ist eine der Haupteinnahmequellen. Kastrationen kann sich kaum jemand leisten, auch wenn diese dort nur 20 Euro kostet. Deshalb möchten wir Ihnen gerne das Projekt „Monika Zimmermann – Hunde auf Sri Lanka“ vorstellen! Einfach auf das nachfolgende Foto klicken!
